Koloskopie (Darmspiegelung)

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Bei der Koloskopie wird ein biegsames, ca. 150 cm langes Endoskop durch den After in den Darm vorgeschoben. Der untersuchende Arzt kann das Innere des Enddarms, des Dickdarms und des letzten Teils des Dünndarms einsehen.

Die Koloskopie ist in der Öffentlichkeit immer noch sehr negativ belegt, da sie als unangenehm empfunden wird und Tabuzonen verletzt. Sie ist aber nach wie vor die sicherste Methode in der Früherkennung von Darmkrebs bzw. zur Abklärung anderer Darmerkrankungen und verursacht im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung vor allem bei Einsatz einer Beruhigungsspritze keine Schmerzen.

Sie dient nicht nur zur Diagnosestellung. Im Rahmen der Koloskopie lassen sich auch

kleine Gewebeproben entnehmen,

Polypen abtragen (durch Zangen, Schlingen, Elektrokoagulation oder
Argonbeamer),

Blutungen stillen,

Fremdkörper entfernen,

Engstellen aufdehnen.

Bei Bedarf wird individuell ein Beruhigungsmittel vor der Untersuchung und auch wiederholt während der Untersuchung verabreicht, so dass die Untersuchung problemlos toleriert wird.

Die Entnahme von Gewebeproben und andere Eingriffe an der Darmschleimhaut spürt der Patient in aller Regel gar nicht, da die Schleimhaut keine Schmerzrezeptoren hat.

Wann sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden?

Eine Koloskopie wird durchgeführt, wenn eine Erkrankung des Dickdarms vermutet wird oder der Verlauf einer bereits bekannten Erkrankung beurteilt werden soll.

Indikationen zur Koloskopie sind u. a.

  • wiederkehrende Bauchschmerzen,
  • Stuhlunregelmäßigkeiten,
  • chronische Durchfälle oder chronische Verstopfung,
  • ein ungeklärter Gewichtsverlust,
  • eine Blutarmut,
  • ein Blutabgang aus dem Enddarm,
  • der Nachweis von okkultem Blut im Stuhl (Hämoccult-Test) oder
  • bei beschwerdefreien Patienten zur Vorsorgeuntersuchung (siehe auch
  • Krebsvorsorge).
  • Erkrankungen die erkannt werden können, sind zum Beispiel
  • Dickdarmpolypen,
  • bösartige Tumore des Dickdarms,
  • Dickdarmdivertikel,
  • sog. chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis
  • ulcerosa),
  • andere Blutungsquellen wie z. B. Gefäßmissbildungen (Angiodysplasien),
  • entzündliche Darmerkrankungen anderer Ursache.

Sie dient aber auch dem Ausschluss organischer Ursachen bei funktionellen Erkrankungen (z. B. Reizdarmsyndrom).

Welche Risiken hat die Koloskopie?

Insbesondere im Vergleich zu einer Operation mit Eröffnung der Bauchhöhle und des Darms ist die Koloskopie ein sehr sicheres Verfahren. Durch entsprechende Vorbereitung und sorgfältige Durchführung ist das Risiko einer Komplikation sehr gering.

Auftreten können Überempfindlichkeitsreaktionen gegen verwendete Medikamente, Kreislaufprobleme, Blutungen und Darmwandschädigung durch das Instrument. Komplikationen sind insgesamt außerordentlich selten und lassen sich durch geeignete Gegenmaßnahmen in der Regel schnell beherrschen.

Was ist im Vorfeld der Koloskopie zu beachten?

Unerlässliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Koloskopie ist eine gründliche Reinigung des Darms vor der Untersuchung. Eine entsprechende Anweisung finden Sie unter Vorbereitung zur Darmspiegelung.

Vor der Untersuchung sollten auch aktuelle Laborwerte von Blutgerinnung und Thrombozyten (Blutbild) vorliegen.

Patienten die gerinnungshemmende oder „blutverdünnende" Medikamente wie Heparin, Marcumar, Aspirin oder Clopidogrel einnehmen, sollten das Vorgehen jedoch rechtzeitig mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Patienten mit Herzklappenerkrankungen und/oder geschwächtem Immunsystem benötigen möglicherweise vor der Untersuchung eine einmalige Antibiotikagabe.

Was ist nach der Koloskopie zu beachten?

Wie sich ein Patient nach der Untersuchung verhalten muss, hängt vor allem davon ab, ob ein (größerer) Eingriff während der Koloskopie durchgeführt wurde und ob ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel nötig war.

Bei Anwendung eines Beruhigungsmittels, darf der Patient am selben Tag nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen. Kommen Sie daher nicht mit dem eigenen Auto und lassen Sie sich nach der Spiegelung abholen.

Es ist bekannt, dass bei der Koloskopie in seltenen Fällen - auch noch nach der Untersuchung (Stunden bis Tage später) - Komplikationen wie Blutungen oder eine Perforation des Darms stattfinden kann. Dies betrifft insbesondere Patienten, bei denen im Rahmen der Untersuchung ein Dickdarmpolyp entfernt wurde.

Die möglichen Komplikationen äußern sich in Form einer Blutung aus dem Enddarm oder im Auftreten von Bauchschmerzen. Dagegen ist ein leichtes Druckgefühl des Bauches nach der Dickdarmspiegelung aufgrund der Luftfüllung des Darms üblich.

Sollten sich aber stärkere Bauchschmerzen oder eine Blutung aus dem Darm einstellen, bitten wir Sie, sofort uns, Ihren Hausarzt oder ein Krankenhaus zu kontaktieren (siehe auch Sprechzeiten/Kontakt).

Um dem Risiko einer Komplikation vorzubeugen, bitten wir Sie, nach Abtragung von kleineren Polypen bis zum Abend der Untersuchung, bei Abtragung von größeren Polypen bis zum folgenden Morgen nüchtern zu bleiben. Flüssigkeit dürfen Sie in geringen Mengen zu sich nehmen. Welche Verhaltensregeln nach der Untersuchung befolgt werden sollten, wird der Untersucher im Einzelfall erläutern.

Falls keine Polypen entfernt wurden und nur eine diagnostische Darmspiegelung erfolgte, dürfen Sie nach Abklingen der Wirkung der Beruhigungsspritze wieder essen.

Hygienische Anforderungen

Eine publizierte Studie und weitere Presseberichte aus den letzten Jahren haben Bedenken angemeldet, die hygienischen Anforderungen bei der Endoskopie in Arztpraxen und Kliniken seien nicht immer erfüllt. Dies betraf insbesondere Praxen, die ihre Geräte per Hand oder mittels „Halbautomaten" reinigten.

In unserer Praxis werden die Endoskopiegeräte mit einer vollautomatischen Waschmaschine sterilisiert. Zum Erhalt des Hygienezertifikats unterziehen wir uns halbjährlich einer umfassenden mikrobiologischen Untersuchung durch ein unabhängiges Hygieneinstitut. Die Durchführung von endoskopischen Untersuchungen ist nach kassenärztlichen Richtlinien nur bei einwandfreien Ergebnissen zulässig.

Gibt es Alternativen zur Koloskopie (Stand Januar 2005)?

Neue moderne, radiologische Verfahren wie Kernspin- und Computertomographie werden als mögliche Alternative für die Vorsorge-Koloskopie (sog. virtuelle Koloskopie) angepriesen. Derzeit erreicht die Qualität dieser Methoden nicht die der konventionellen Dickdarmspiegelung. Dies betrifft insbesondere kleine Polypen, wie auch flache Polypen, die als besonders gefährlich gelten.
In einer Studie aus der Mayo-Klinik/USA (Am J Radiology, 2004) wurden mehr als 500 Patienten mit einem modernen Multislice-CT untersucht. Wenn nur ein einzelner Radiologe die Untersuchung auswertete – was im Routinebetrieb üblich ist - wurden fast die Hälfte (47%) sogar der relevanten Polypen, das heisst mit einer Grösse von über 5 mm, übersehen.

Die Computertomographie, die im Vergleich zur Kernspintomographie bessere Methode, ist dabei mit einer erheblichen Strahlenbelastung verbunden.
Eine Vorbereitung im Sinn einer Darmreinigung durch Abführlösungen bleibt Ihnen auch bei den radiologischen Verfahren nicht erspart.
Entzündliche Veränderungen werden im CT oder MR nicht dargestellt, eine Probeentnahme oder Polypenentfernung ist ebenfalls nicht möglich.

Derzeit müssen etwa 1/3 der Patienten nach der Untersuchung „in einer Röhre" trotzdem koloskopiert werden, entweder weil Polypen festgestellt wurden oder die Aufnahmen nicht ausreichend verwertbar sind.
Bei der Computertomographie wird Ihnen ähnlich wie in der Koloskopie viel Luft (CO2) in den Darm gepumpt, was unter Umständen sehr unangenehm, zum Teil schmerzhaft sein kann. Die Koloskopie wird deswegen meist unter Einsatz einer „Beruhigungsspritze" durchgeführt, so dass diese schmerzfrei ist. In mehreren Studien empfand die Überzahl der Patienten die Darmspiegelung im Vergleich zur Computertomographie als angenehmer.

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